Ungefaehr diese Anzahl an teils skurilen und teils lustigen Anektoden aus den letzten drei Wochen moecht ich nachfolgend zum Besten geben. Vorher allerdings moecht ich alle regelmaessigen Leser um Verzeihung bitten, dass das neue Update hat en bisserl auf sich warten lassen. War beschaeftigt bzgl. umziehen, organisieren und lauter solcher langweiliger Sachen. Ok, aber zurueck zu den Geschichten, die die Reise schrieb...
1. Gestrandet auf Volcano Island!
What`s happening, such a f...! Oder anders umschrieben: "Ich fuehlte mich wie im schlimmsten Traum von Sigmund Freud!" Ungefaehr so war meine Gefuehlslage am Sonntagnachmittag vor 3 Wochen, um 16:15 Uhr Ortszeit. Wieso? Ganz einfach. An einem herrlichen Fruehsommermorgen, nach nem wunderbaren Fruehstueck, machte sich der Guenther auf den Weg zum Hafen. Vorher noch der Gastmutter mithilfe meines wunderderbaren Timetable erklaert, dass ich die Faehre um 5 zurueck nehme und Ihr dann so gegen 6 Ihre Kartoffeln bring, die ich fuer Sie kaufen sollte. Am Hafen ueberpuenktlich angekommen, war noch Zeit fuer en Kaffee in der Sonne. Ne viertel Stunde spaeter trudelte dann die Faehre ein und voller Vorfreude gings nach Rangitoto Island, ner Vulkaninsel, die erst ca. 600 Jahre existent ist. Chillig nen Platz mit grandioser Aussicht auf der Faehre gesichert, den MP3 Player mit den Lieblingsliedern im Ohr und die Sonnenbrille am Start;) Nach der relaxten Fahrt auf der Insel aufgeschlagen gings ohne Umschweife direkten Weges, in Richtung Gipfel. Die traumhafte Kulisse inmitte von ausgetrockneten Lavahoehlen und nie zuvor gesehenen Pflanzen machte dabei sogar den anstrengenden Weg wet. Nach ca. 1,5 Std. Fussmarsch war der Gipfel erklommen. Fantastisch! 360 Grad um mich herum nur schoener Ausblick. Kurz geniessen, en paar Fotos fuer die Erinnerung und weiter gings. Vorbei am Krater und abwaerts zur Bucht. Dort agekommen, nass geschwitzt, aber weiterhin das Leben am geniessen wurde ein Schild erblickt. Hafen 2 Stunden Fussmarsch! Ok, dass reicht. Es ist kurz vor 3 und die Faehre geht um 5. Trotzdem en bisserl schneller gelaufen, um auch wirklich puenktlich zu sein, da es ja kein wirkliches Leben hier gibt wenn die letzte Faehre weg ist. Unterwegs noch wieder en paar Fotos fuer die Nachwelt geknippst und dann den Hafen vor Augen. Schlicht in diesem Moment, als ich zum ersten mal die Bootsanlegestelle sah, beschlich mich aber ein Gefuehl von leichter Sorge. Wo sind all die Menschen hin, die heute morgen hier waren? Mit flauem Gefuehl im Magen und immer schneller werdenden Schrittes gings weiter Richtung Steg. Aber komischerweise waren einfach nirgends Menschen zu erblicken. Angekommen am Hafen ein Blick auf die Uhr. 16:15 Uhr. Die Faehre geht um 5. He? Was ist hier los? Weiter zum Infostand. CLOSED!!! Abermals he? What? Dann ein Schild: "Letzte Faehre geht um4." Daneben: "Campingplatz oeffnet am 1. November"... Nu war klar, warum keiner mehr hier ist. DER GUENTHER HATTE DIE LETZTE FAEHRE VERPASST!!!"
Aber nach der ersten Niedergeschlagenheit, mit dem Gedanken hier uebernachten zu muessen, folgte bald eine glueckliche Erloesung. Nach einem Telefonat mit der Faehrbehoerde holte mich ne Faehre, die gerade auf dem Rueckweg von ner anderen Insel war, ab. So kam ich dann doch noch wohlbehalten zurueck nach Auckland:) 1 Problem gabs allerdings doch noch. Meine Gastmutter musste leider das Sonntagsessen improvisieren und ohne die versprochenen Kartoffeln auskommen...
Um mich aber von aller Schuld des Faehreverpassens zu befreien, wurden am naechsten morgen nochmals die Timetables gecheckt. Es gibt tatsaechlich 2 (Winter und Sommer). Ich hatte natuerlich die falsche. Weiss nur nicht mehr woher?!?
Das Bild da unten, gibt uebrigens wieder, dass ich im Falle des Falles noch nicht mal haette jagen koennen;)

2. Eine etwas andere Werbekolonne!!!
Irgendwann an einem hundsgewoehnlichen Dienstag, gings waehrend der Mittagspause zum Appointment bei der Kiwibank, um endlich mal ein NZ-Konto zu eroeffnen. Leicht gestresst gings fast im Laufschritt die Haupteinkaufsstrasse entlang, um auch ja puenktlich zu kommen und so dem Ruf des organisierten Deutschen keine Schande zu machen. Zwischendurch noch schnell en Subways Baguette ins Esszimmer geschoben und genau eine Minute vor Terminbeginn, mit hochrotem Kopf, in der Poststation aufgeschlagen. Alles gut, 15 Minuten spaeter war die Sache erledigt. Ganz gechillt gings zurueck. Ploetzlich machte sich aber eine leichte Verwunderung breit. Woher und in warum in Gottes Namen sind hier ploetzlich soviele Leute? Allesamt standen Sie am Wegesrand und machten einen wartenden und erwartungsvollen Eindruck. Ok, dachte sich der Guenther, hier muss wohl gleich irgendwas passieren. Aber was bitte koennte das sein? Just in diesem Moment erblickte ich in der Ferne irgendwelche Fahrzeuge. Noch leicht verschwommen und ziemlich weit weg, schien ein Auto- und Motorradkorso anzurollen. Ok. Warum nicht. Vielleicht irgend ne Werbung oder sowas. Neben nen laechelnden Asiaten gestellt, darauf wartend was denn jetzt kommt. Ploetzlich wurde das Bild klarer und ich rieb mir verwundert die Augen, anschliessend musste ich dann leicht schmunzeln. Der Korso der an mir vorbei rollte war ne PR Aktion fuer die Erotikmesse. Schrille Gefahrte mit nackten Frauen in der Mittagspause hab ich nun auch zum ersten Mal gesehen. Nachfolgend das Beweisbild...
Lustige Aktion wie ich fand. Nur um meinen asiatischen Freund zu meiner Rechten machte ich mir ein bisschen Sorgen. Er wechselte die Gesichtsfarbe ganz leicht und war meines Empfindens ein bisschen schockiert. Aber kurz angelaechelt schien es mir so als sei er nach dem ersten Schock dann doch wieder auf der Hoehe und froh darueber nem Herzinfarkt entgangen zu sein:)3. Pleiten, Pech und Pannen!!!
Das liebste Statussymbol der Deutschen ist ja bekanntlich das Auto;) Um hier in NZ flexibel zu sein und meinen Status klarzustellen, musste ich mir natuerlich direkt mal ein solches Gefaehrt kaufen. Alles cool. 2.0 l Maschine, schoene lila Farbe und die ersten Trips super gemeistert. Allerdings sollte sich das Bild dann letzte Woche zum negativen wenden. Morgens aus em Haus gekommen, machte ich eine Entdeckung. Unter der Karre Oelspuren zu sehen (Dabei ist das Auto erst 4 Wochen alt). Och nee!!! dachte ich nur. Ist ja fast wie damals daheim bei meinem geliebten, alten Golf. Da muss wohl was kaputt sein und das kann nur teuer werden! Schei... Naja, nicht verzagen, Werkstatt fragen. Also gings am Abend zu dieser. Kurz gecheckt, meinte der gute Mechaniker, der glaub ich en bisschen Mitleid mit nem armen deutschen Studenten hatte, er koenne jetzt auf die schnelle nicht sagen was los ist. Aber er machte mir das Angebot, das ganze morgen zu checken. Fuer Lau. Ok, naechsten morgen extra frueher raus, um die Karre abzugeben. Noch halb verschlafen den Motor gestartet und bereit zum los fahren. Wie in der Fahrschule gelernt, folgte der Blick in den Seitenspiegel. Aber hier war das naechste Problem. Der Spiegel war nicht vorhanden. Erschrocken aus der Karre raus, um Klarheit zu gewinnen. Blick, Schock, Schei... Der Spiegel lag neben em Auto und en paar Dellen an der Seite machten das Ganze dann zu nem noch schrecklicheren Anblick! Irgendjemand hatte nachts mein Auto gerammt. So ein Penner. Keine Nachricht, NICHTS. Nen Anruf bei der geliebten Polizeibehoerde getaetigt wurde mir erzaehlt, dass ich dann wohl Pech gehabt hab. Naja, also gings mit dem Spiegel auf em Beifahrersitz zur Werkstatt. Der freundliche Mechaniker sagte, er wuerde mir nen Second Hand Spiegel besorgen und ich koennte dann abends den Wagen abholen. Gesagt, getan. Abends dorthin mit flauem Gefuehl im Magen und der passenden Textzeile aus nem JJ-Lied im Ohr (Hallo Angst du Arschloch:-D).
Dann aber Entwarnung. Der gute Mann sagte mir der Oelverlust sei nicht tragisch. Ist nur ein ganz kleines bisschen, er habe das provisorisch geflickt und ich koenne ruhigen Gewissens fahren. Der Second Hand Spiegel war auch nicht so teuer und mit den Dellen kann ich auch leben. Also gut! Warte ich mal was als naechstes kommt!!!
4. Im Ernst, soweitist dann doch alles gut!
Nach GeschichteNr.3 koennte man den Eindruck gewinnen, dass ich gestresst war und nun keinen Bock mehr hab. War auch so! Aber nur fuer en paar Minuten. Ich muss sagen, ist weiterhin alles sehr spannend hier und mir gehts wirklich gut. Ich geniess die Zeit und die neuen Bekannten, die netten und hilfsbereiten Kiwis sowie die wundervolle Landschaft machen es einem auch meist relativ einfach. Die naechsten Wochenenden wird dann auch noch mehr gereist. Der ganze organisatorische Krempel sollte jetzt ein Ende haben. Und die unersaettliche Vielfalt an atemberaubenden Spots tragen dazu bei, dass es immer was Neues zu entdecken gibt. Des Weiteren wirds mittlerweile auch staendig waermer. Und um alle zu beruhigen, es gab zwar eine Tsunami Wanung fuer NZ, aber wir haben hier nichts davon mitbekommen. In diesem Sinne einen wunderschoenen Gruss in die Heimat. Ich werde mich demnaechst mal wieder mit neuen Reisegeschichten zu Wort melden und ein paar Bilder der letzten Wochen gibts auch noch im Webalbum.
In diesem Sinne. Reinhaun!!!
Rock on, Guenther!!!